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Platons "Symposion"

Beginn:
10. März 2018, 14:30 Uhr
Ende:
10. März 2018, 17:30 Uhr
Preis:
40,00 EUR (inkl. MwSt.)
Ort:
Bürgermeister-Lauckstr. 9, 65439 Flörsheim am Main
Level:
"Proseminar"-Ebene
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Beschreibung

Platon (ca. 428 - 348 v. Chr.) "Symposion" — Diotima Dialog (Stephanus-Paginierung 210 A - 212 A)

Der platonische Dialog "Symposion" beschreibt systematisch ein einziges Thema: den Erós. In seiner Rahmenhandlung wird ein sog. "Gastmahl" nachgezeichnet, bei dem reihum der griechische Gott Erós gelobt und gepriesen werden soll. Im zentralen Bereich, dem sog."Diotima Dialog", wird Platons Lehrer Sokrates durch die Priesterin Diotima aus Mantineia, Arkadien, in die Mysterien des Erós eingeweiht. Diotima erklärt Sokrates, dem "weisesten aller Athener", wie es sich mit der Entstehung des Erós verhält und wie dieser die Menschen zu ständig höheren Ebenen des Mensch-Seins "hinanzieht". Anders gesagt: Menschen, die vom Erós ergriffen sind, streben wie dieser nach immer höheren Graden des Schönen — zunächst von den "schönen Leibern" zu den "schönen Gedanken", von diesen sodann zu der "schönen Seele", die eine "schöne Lebensführung" (Sitte, Gesetze, etc.) zur Folge hat; von hier aus geht dieses Streben zu den "schönen Erkenntnissen" und man vermag die Schönheit in der Vielheit zu erkennen ("das weite Meer des Schönen"...); zuletzt jedoch gilt es, das Wesen der Schönheit, das "Schöne an sich", das "Göttliche Schöne in seiner Eingestalt" zu schauen. Der Mensch, dem dieser Aufstieg und Durchstieg gelingt, der umarmt "wahre Tugend, weil er das Wahre umarmt". Als Philosoph strebt der Mensch folglich nach der Schau und der Erkenntnis des Wahren an-sich. Und diesem Menschen, der aus der "wahren Tugend" heraus lebt und strebt, ist es vergönnt, ein Götter-Freund zu werden und er darf, wenn überhaupt ein Mensch, unsterblich sein. So die Quintessenz dieses Teildialoges innerhalb des Symposion-Dialoges.

In dieser winzigen Text-Passage (210 A — 212 A) entwickelt Platon seinen Ansatz zur späteren "Ideenschau" (vgl. "Staat", Buch 7, "Höhlengleichnis"). Wir können beim Lesen und Nach-Denken dieses Textes lernen, was Platon unter eigentlichem "erós" verstand und in Differenz hierzu, was wir verkürzend mit "platonischem Erós" meinen. Philosophie-Geschichtlich gesehen, durchschreiten wir den platonischen Bereich der "göttlichen Ideen" hin zu dem Bereich der "menschlichen Ideale". Was Meister Kung "Das Himmliche Gebot" bzw. "Mandat des Himmels" (für den Herrscher) war, das ist Platon die "Welt der Ideen". Der Mensch, der danach lebt und strebt, führt ein "geordnetes", ein "gutes", "weises", ein ethisch "sinnvolles" Leben. Wer auf diese Weise sein Leben lebt, dem wird auch — als Ergebnis seines tugendhaften Handelns — "Glück" zuteil werden. Fast 2.200 Jahre später wird Immanuel Kant in seiner Schrift "Kritik der reinen Vernunft" mit seiner "1. Grundfrage" die platonische Ideenwelt neu fassen: "Was kann ich wissen?" (Kant, Kritik der reinen Vernunft, 1787, S. 397) Für die Workshop-Teilnehmer/-innen könnte es interessant sein, zu erfahren, wieviel beschreitbare Wege des erós es gibt. Vertraut und gewohnt ist zumeist nur noch der eine Weg der "globalisierten Erotik" (vgl. Herodot, Historien), während schon die einstmals vertrauten Wege der "caritas" und "agape" verblasst sind.

 

Wir lesen den "Diotima Dialog" in der Reclam-Ausgabe (bis 2006 Nr. 927) in der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher sowie in der Neufassung von Thomas Paulsen (ab 2006).

Bestellmöglichkeiten:
Platon "Das Gastmahl" Deutsch (Übers. Friedrich Schleiermacher) ISBN 978-3-15-018527-8
Platon "Symposion" Griechisch / Deutsch (Hg. Paulsen, Rehn) ISBN 978-3-15-018435-6


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